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Das Park-Seminar in Siedlisko

Das Park-Seminar in Siedlisko

 

Am Samstag dem 22 April diesen Jahres wurde der Adeleide Hügel in Siedlisko um viele neue Pflanzen bereichet. Das Alles dank des Park Seminars, das dort stattgefunden hat. Das Treffen wurde im Rahmen des Projekts „Schönaich Erbe – die Kultivierung der alten Traditionen im Grenzgebiet von Brandenburg und Polen” durchgeführt, das durch den Kreis Nowa Sol in Partnerschaft mit der Schule für Niedersorbische Sprache und Kultur aus Cottbus organisiert wurde.

Die Teilnehmer haben beschlossen etwas nützliches zu tun und geminsam das Hügelgelände in Siedlisko in Ordnung gebracht und danach im Park verschiedene Pflanzen gesetzt. Bei der Bepflanzung wurde das Konzept der Kunst des Schaffens von Park und Garten des Fürsten Herrman von Pückler- Muskau, der die Parkanlagen in Bad Muskau und Branitz geschaffen hat, berücksichtigt.

 

Nach dem Seminar sind die deutschen, sorbischen/wendischen und polnischen Teilnehmer den „Spuren des romantischen Fürsten” gefolgt – einem Kulturweg. Dank dessen haben sie das Kulturerbe des Ortes kennengelernt.

Die Bewirtschaftung des Adeleide Hügels ist eine der Etappen der Einarbeitung eines grenzübergreifenden Konzepts der touristischen Bewirtschaftung des Mittel-Oder Tals, unter Verwendung des Kulturerbes der Familie Schönaich und Pückler-Muskau. Das Projekt wurde im Rahmen des Kooperationsprogramms INTERREG V A Brandenburg – Polen 2014 – 2020 kofinanziert.

Andrzej Smoluk

Siedlisko 1  Siedlisko 2

Siedlisko 3  siedlisko 4

Die Schule für Niedersorbische Sprache und Kultur kann im 25. Jahr ihres Bestehens auch auf gute nachbarschaftliche Partner auf der polnischen Seite zählen. So wurden polnische und sorbische Kursteilnehmer am Samstag, den 22.April 2017 eingeladen zu einem Treffen auf die Burg Carolath in Sielisko, um sich über die Arbeit des Vereins zu informieren und sich gegenseitig kennen zu lernen.

In Siedlisko befindet sich eine sehenswerte Ruine eines ehemaligen Schlosses, welches seine Vorläufer als hölzernes Jagdhaus hat und sich bis in das 14. Jahrhundert zurück verfolgen lässt. Das Schloss, das zwischen 1597 und 1618 errichtet und mehrfach umgebaut wurde, zerstörten russische Truppen auf ihrem Siegeszug nach Berlin, plünderten es aus und steckten es anschließend in Brand. Die zurückbleibende Ruine am Steilufer der Oder ist aber dennoch so bezaubernd schön, dass jedes Herz eines Romatikers eine mittelalterliche Ruine vermuten ließe. Zuvor aber verewigten zahlreiche Künstler das Schloss in romantischen Darstellungen. Ein Park im englischen Landschaftsstil komplettierte die Schlossanlage, wo einstmals Fürsten und der Europäische Adel zu Gast residierten. Dabei galt das Schloss als viertgrößtes in ganz Polen und umfangreiche Ländereien gehörten zum Besitz der Familie von Schoenaich.

Um die gesamte Schlossanlage wurden weitere Gebäude wie ein Mausoläum für Wanda von Schoenaich und ein Aussichtsturm errichtet. Auch gehörte vormals eine Reitbahn, eine Brauerei, ein Gerichtsgebäude, ein Theater und ein Marstall dazu, die aber auch der Vernichtung anheim fielen. Zur Schlossanlage gehörte auch ein zweigeschossiges Torhaus und eine im Jahre 1618 erbaute Kapelle, die noch bis zur Gegenwart erhalten sind. Die wenigen noch bestehenden Gebäude wurden in Privathand abgegeben wie das Torhaus oder das Mausoläum. Der Aussichtsturm, welcher nach Plänen von Carl Friedrich Schinkel gebaut wurde, ist abgetragen worden, um Baumatrial in der Nachkriegszeit zu gewinnen.

Der Verein Carolath hat es sich zur Aufgabe gestellt, nach Zeichnungen, Abbildungen und Fotos sowie mit den übrig gebliebenen Funden von historischen Säulen, Portalen und steinernen Fragmenten die Gesamtanlage zu rekontruieren. Ein hochgestecktes Ziel, welches viel Elan, Ausdauer und vorallem Geld verlangt. An der Stelle wurden dem Projekt EU-Gelder zugesichert und eben am 22. April war der Projektbeginn festgelegt, zu dem die Schüler der Schule für niedersorbische Sprache und Kultur geladen waren.

Obwohl das Aprilwetter eine ordentlich steife Prise parat hielt, gefiel es allen Teilnehmern. Der Tag wurde von den polnischen Freunden hervorragend organisiert, so dass es an nichts fehlte. Alle waren total beeindruckt von der alten Schlossanlage, durch die wir geführt wurden. Sogar in die Gruft der Kapelle durften wir Einblick nehmen und besonders alte Grabsteine im Taschenlampenlicht bewundern. Zwischen den meterhohen Wänden der Ruinen zeigte sich dann doch die Sonne und ließ tatsächlich romantische Athmosphäre aufkommen. Staunen erweckte nicht nur das Ausmaß der Schlossruine sondern auch die Zielstrebigkeit des Vereins, alles wieder aufbauen zu wollen. Am Abschluss versprachen sich beide Seiten, sich bald dort wieder zutreffen, z.B. zum im Mai stattfindenden “Fliederfest” oder mal zu einem Malerpleinair.

Ute Henschel